Der Krimimann

Homepage des Autors Thomas Pfanner


Ich begegne immer wieder Menschen, die halten es für relativ einfach, Autor zu werden. Im Grund wäre es keine Frage von Talent oder Erfahrung, sondern eher ein Zeitproblem. Nun, das ist kompletter Unfug.

Es gibt eine große Zahl von Leuten, die schreiben. Legion ist die Zahl derer, die gerne schreiben würden, es aber nicht schaffen.  Das hat seinen Grund.

Ich selbst wollte immer Romane schreiben, und zwar SF-Space-Opera. Nach ewigen Jahren habe ich mir den Traum erfüllt und einen fetten SF-Wälzer geschrieben. Der wird nie veröffentlicht werden, weil die Zeit für space-opera einfach vorbei ist. Und trotzdem wollte ich es. Beim schreiben geht es nämlich nicht um Marktchancen, es geht nicht mal darum, zu schreiben. Man muss Autor SEIN, man muss als Autor leben.

 

Ich habe fünfzehn Jahre gebraucht, um das zu erkennen, und, noch viel besser, mein Wesen zu erkennen und zu akzeptieren.

Davor habe ich imme rmal wieder ein paar Seiten geschrieben und dann wieder aufgehört. Immer wieder.

Erst mit Mitte dreißig habe ich ernsthaft angefangen. Zuerst war es brutal, quälerisch, aussaugend, unfassbar anstrengend. Manchmal dachte ich, ich hätte einen Tumor, weil ich ein Gefühl hatte, als ob ein Knoten in meinem Kopf wäre.  Das Ende vom Lied waren ca. 1100 Seiten, die ich in zwei Jahren zusammenschrieb. Danach brauchte ich nochmal zwei Jahre, um darauf etwas lesbares zu machen. Schlußendlich waren es dann in der Fassung zwei etwa 470 Seiten, in der Fassung fünf etwa 600 Seiten.  Heute würde ich es ganz anders schreiben, und doch halte ich das Ergebnis für eines der Besten.

 

Das Problem: seitdem bin ich auf Droge. Schreiben ist eine tückische Droge. Ich muss schreiben, kann nicht ohne geschrieben zu haben ins Bett gehen, sonst fühle ich mich körperlich unwohl.  Dabei ist es egal, ob ich das fertige Erzeugnis verkauft bekomme, entscheidend ist, dass ich eine gute Geschichte habe, in sich rund und logisch und zwingend. Jedes Jahr produziere ich fünf bis sechs unfertige Manuskripte, bei denen nach dreißig oder fünfzig Seiten klar ist, dass da nichts gutes bei rauskommt.  Das ist OK.  Zuallererst muss das Manuskript dem Autor gefallen.

Aber das ist erst der Anfang. Schreiben ist ein Hürdenlauf, der nie endet.

 

Zusammenfassend kann ich aus meiner Erfahrung folgende Kernsätze ableiten:

 

1.

Schreiben können nur bestimmte Charaktere.

 

Mit einem Manuskript im Kopf kann man keine Ablenkungen brauchen. Auf Partys gehen, mit Freunden abhängen, Erlebnisurlaub, andere Hobbys: lenkt ab, bringt einen vom schreiben weg, macht unfroh.  Es gibt ein paar Leute, die können das alles unter einen Hut bringen. Die meisten können es nicht. Eine Geschichte ist nicht mit dem ausschalten des Computers zu Ende, in Gedanken ist man immer noch drin. Wer zu weit weg ist von seinem manuskript, abgelenkt und unmotiviert, der schreibt in der ersten halben Stunden nur Müll. Weil er erst wieder reinkommen muss in die fremde Welt des Romans. Wenn er nicht in dieser halbeb Stunden erkennt, dass alles nichts taugt, und er für immer aufhört.

Soziale Kompetenz und Autor sein, das geht eigentlich nicht zusammen. Außer, man ist der absolute Routinier und auch sonst ein Genie.  Nicht umsonst sind die meisten Autoren, früher wie heute, merkwürdige Typen, ungesellig, manchmal verschroben, immer abwesend wirkend. Viele holen sich ein zweites Suchtproblem an Land, trinken oder Kiffen, rauchen auf jeden Fall. Wer das nicht glaubt, sollte Stephen Kings Autobiographie lesen. 

 

 

2.

schreiben endet nie

 

 

wird fortgesetzt

 

 

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